Halte das Glas gegen helles Licht, beobachte Schlieren, Schimmer und Klarheit. Rieche kurz, dann länger, schenke Luft und Geduld. Am Gaumen notiere Säure, Textur, Gewicht und den Weg, den der Geschmack nimmt. Schlucke nicht sofort, sondern warte, wie sich die Konturen neu ordnen. Schreibe drei einfache Worte auf, die wirklich zu deinem Eindruck passen, und vergleiche sie später mit einem zweiten Glas.
Kombinationen gelingen, wenn Texturen miteinander sprechen. Eine knusprige Haut auf Forelle braucht Saft und Säure, ein weicher Bergkäse will Rücken im Wein, ein luftgetrockneter Schinken bittet um Frische und feines Tannin. Probiere bewusst kleine Bissen mit kleinen Schlucken. Frage dich, was bleibt, was stört, was zusammen stärker wird. So entsteht ein eigenes, freundliches System, das Teller und Glas in Balance bringt, ohne Regeln zu predigen.